Social Media-Jahresrückblick aus HR-Sicht: Teil 1 von Januar bis Juni
Eine subjektive Jahresbetrachtung auf zwei Blogs. Kombi-Artikel vom Human Resource-Blog der metaHR und von newcruiting.
Ja, ist denn schon Weihnachten? Mitte August sind wir mit unserem Blog von newcruiting gestartet und schon ist das Jahr 2010 rum. So schnell vergeht die Zeit, wenn das Umfeld so spannend ist.
Und spannend war das Jahr 2010 auf jeden Fall. Ein Jahr, in dem Social Media zu einem wichtigen Thema auch für Personaler wurde. Zu den wichtigsten Schlagworten gehörten sicherlich Recruiting 2.0, Personalmarketing, Employer Branding und gesetzliche und unternehmenskulturelle Fragestellungen.
Gemeinsam mit Christoph Athanas vom Human Resource-Blog der metaHR wollen wir in einem Kombi-Artikel das Jahr 2010 aus HR-Social Media-Sicht Revue passieren lassen. Gemeinsam haben wir diskutiert, recherchiert und bewertet. Die wichtigsten Themen aus den Monaten Januar bis Juni finden Sie hier bei newcruiting, das zweite Halbjahr bei Christoph Athanas.
Die Auswahl der Themen ist rein subjektiv – wenn Sie andere Themen für wichtiger halten oder Ihre Meinung ergänzen möchten: Die Kommentarfunktion am Ende des Artikels wartet nur auf Ihre Ideen. Bis dahin wünschen wir Ihnen viel Spaß beim Lesen, ein ruhiges und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Start ins Jahr 2011.
Januar
McDonald’s startet mit einer vielbeachteten TV-Kampagne zur Verbesserung des Arbeitgeberimages
Geschickt werden von ganz unterschiedlichen Protagonisten erst die Vorurteile gegen McDonald’s als Arbeitgeber aufgegriffen, um dann bezogen auf ihre spezifische Lebenssituation und Arbeitsbereiche ein Arbeitgeberleitbild zu vermitteln. So werden nicht nur ganz unterschiedliche Karrieren bzw. Berufschancen vermittelt, sondern auch Themen wie Diversity, Work-Life-Balance, Chancen 50+ glaubhaft aufgriffen. Eine gelungene Kampagne, die auch eines der Schlagworte, die uns durch das Jahr 2010 begleiten – Authentizität –, gut umsetzt.
http://www.mcdonalds.de/metanavigation/jobs_karriere/mitarbeiter_geschichten.html#/home
Personalwirtschaft bewertet Social Media-Tools
Das Fachmagazin Personalwirtschaft bewertet gemeinsam mit der Unternehmensberatung DJM die Social Media-Auftritte der DAX 30-Konzerne in den größten Social Media-Netzwerken, kommt dabei aber wieder einmal nicht über die gleichen Netzwerke und die gleichen bewerteten Unternehmen heraus, die schon etliche Male zuvor von etlichen anderen Studien bewertet wurden. Wieder einmal wird deutlich, dass es keine klaren Kriterien für erfolgreiches Social Media-Recruiting gibt: Die Studie zieht erneut die Zahl der “Follower” bzw. Fans als wichtigen Maßstab heran.
Februar
Durch Social Media-Aktivitäten die Arbeitgebermarke stärken
Das wird immer mehr zum Thema in den Personalabteilungen. Workshops, Seminare und so genannte “Social Media-Experten” schießen aus allen Ecken hervor. Die Arbeitgebermarke stärken, was heißt das eigentlich? Hat das nicht auch ganz viel mit Unternehmenskultur zu tun? Transparenz, Respekt, Verantwortung, Nachhaltigkeit, um nur ein paar Begriffe zu nennen. Es stimmt: Social Media bietet Unternehmen tolle Möglichkeiten, um sich zu präsentieren. Nur – vorab muss es auch mit der Kultur stimmen. Eine Arbeitgebermarke lässt sich nicht einfach so definieren, wie in diesem Jahr oft geschrieben. Sie muss gelebt werden, nach außen genauso wie nach innen. Dann wird es sich lohnen!
Harvard Business Manager: 5 Tipps für die Präsenz in sozialen Netzwerken: http://bit.ly/g8yYJP
Was macht einen guten Social Media Berater aus?
Auch diese Diskussion hat uns das ganze Jahr über begleitet. Es wurde viel darüber geschrieben und diskutiert. Deshalb hier nochmals einige Links der durchaus kontrovers geführten Diskussion:
- Martin Poreda, Kununu, meint dazu: http://bit.ly/hQXDIz
- Sachar Kriwoj, Manager Digital Public Affairs, E-Plus Gruppe: Der Blödsinn mit den Social Media-Experten http://bit.ly/4pbrjc
- Das Social Media-Magazin: Vorsicht, Social Media-Experte http://bit.ly/hVWHtT
- Und wir haben selbst auch ein paar Gedanken dazu gemacht: Social Recruiting: Von selbsternannten ‘Experten’, die die neue HR-Religion predigen http://bit.ly/hPzfSz
März
Microsoft und XING vernetzen sich in Outlook 2010
Microsoft Deutschland und das Business-Netzwerk XING kündigen auf der CeBIT 2010 in Hannover eine Partnerschaft für den Outlook Social Connector an. Damit wird der Outlook-Posteingang künftig auch für deutsche Nutzer zur Nachrichtenzentrale, die sie über die Aktivitäten ihrer Business-Kontakte auf dem Laufenden halten soll. Konkret werden XING-Mitgliedern dann direkt in Outlook Zusatzinformationen wie Profilbild, Position oder Unternehmen anderer Mitglieder angezeigt, mit denen sie Mails austauschen. Auch die Netzwerk-Updates und Statusnachrichten werden angezeigt.
Spannender wird allerdings noch die Integration von beiden Adressbüchern sein: Die eigenen XING-Kontakte werden inklusive Kontaktinformation und Profilbild in Outlook übernommen. Bei Änderungen der Kontaktdaten werden die neuen Informationen automatisch mit Outlook synchronisiert. Sofern Outlook mit dem Handy synchronisiert ist, werden die Informationen auch dort automatisch auf den neuesten Stand gebracht.
Personalsuche per facebook vs. Personalsuche per XING
Kaum ist abzusehen, dass sich die wirtschaftliche Lage in Deutschland verbessern wird und schon kommen wieder Schlagworte wie “Fachkräftemangel” auf. Proaktive Personalsuche wird zum Thema. Doch welche Plattform eignet sich am besten dafür? Während einige mit ersten Karrierepages erfolgreich im Dialog auf facebook starteten
- Audi http://on.fb.me/hvtoqm
- RobinsonJobs http://on.fb.me/eBf0C1
- SNT http://on.fb.me/eYhVdd
und es auch ein paar weniger erfolgreiche Beispiele gab (eher eine Bewerber-Hotline oder schon fast den Langeweile-Tod gestorben)
- Siemens: http://on.fb.me/eptaq2
- capgemini: http://on.fb.me/dSoFHW
- Unilever Talent http://on.fb.me/eVHoJm
entschlossen sich die meisten Personaler, die proaktiv recruiten wollten, den sicheren Weg zu gehen: XING. Wie das funktioniert? Super beschrieben im Wollmilchsaublog: http://bit.ly/3AW7h. Allerdings muss festgestellt werden, dass Recruiting mit Xing zwar schon proaktiv ist, jedoch mit Social Recruiting nichts zu tun hat. Wer sich übrigens dafür interessiert, wer schon eine facebook-Karriere-Fanpage hat, kann sich auf personalmarketing2null einen guten Überblick verschaffen: http://on.fb.me/ht3Nvv
April
Bewerbercheck im Netz
Unternehmen prüfen ihre Bewerber gründlich und durchforsten das Netz nach privaten Details. Stimmt das wirklich? In den ersten Monaten dieses Jahres entwickelte sich darüber eine heiße Diskussion im Web. Im April diskutierte dann die Blogger-Szene. Hierzu nochmals einige interessante Artikel:
- Zeitonline: Googeln Sie Ihre Bewerber? http://bit.ly/9mC64a
- Wollmilchsau: Social Media Background Check Tools für den Bewerbercheck: http://bit.ly/exRwnQ
- Eva Ziels: Bewerber Background Check – Was Firmen hierbei beachten sollten: http://bit.ly/aF7gvG
…und als interessanter Vergleich ein Artikel vom 9.November dieses Jahres in der
- Karrierebibel von Jochen Mai: Googlesichere Weste – Jeder zweite Personaler googelt Bewerber http://bit.ly/aqkO50
Mai
Das Web 2.0 birgt auch Gefahren
Unternehmen stellen fest, dass das Web 2.0 nicht nur einfach und billig ist, sondern dass auch klare Richtlinien für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter notwendig sind. Besonders problematisch wird es jedoch bei kritischen Meinungsäußerungen, die vielleicht im Widerspruch zur Kommunikationsstrategie des Unternehmens stehen, aber sonst keine betrieblichen Auswirkungen haben. So wurde die Kündigung eines Großunternehmens gegenüber einem Arbeitnehmer, der sich im Internet kritisch geäußert hatte, gerichtlich für unwirksam erklärt (LAG Baden-Württemberg vom 10. Februar 2010 – 2 Sa 59/09). Der Mitarbeiter hatte seinen Arbeitgeber der „Ausbeutung“ und „menschenverachtenden Jagd auf Kranke“ bezichtigt. Das Landesarbeitsgericht war der Auffassung, dass der Internetbeitrag des Mitarbeiters vom Grundrecht der freien Meinungsäußerung gedeckt war und nicht seine arbeitsvertragliche Rücksichtnahmepflicht verletzt hat. In solchen Fällen gilt es von Arbeitgeberseite zu bedenken, dass auch ein hartes Vorgehen gegen den Mitarbeiter für das Unternehmen rufschädigend sein kann, insofern ist hier viel Fingerspitzengefühl gefordert.
Weitere Informationen unter www.justiz-bw.de/servlet/PB/menu/1250453/index.html und http://www.personal-wirtschaft.de/de/html/news/details/738/Das-Web-2.0-birgt-auch-Gefahren/
Juni
Private Daten sind Mitarbeitern wichtiger als Unternehmenssicherheit
Ein Großteil der Mitarbeiter geht beim Nutzen von Social Networking-Portalen leichtsinnig mit der Unternehmenssicherheit um. 50 Prozent geben vertrauliche Firmeninformationen über unsichere Web-E-Mail-Accounts weiter. Bei Mitarbeitern mit mobilen Arbeitsplätzen liegt die Quote bei 60 Prozent. Das hat eine Studie von Trendmicro ergeben.
Deutsche Mitarbeiter (64 Prozent in großen und 44 Prozent in kleineren Unternehmen) liegen bei der Weitergabe von Unternehmensinformationen mit ihren Kollegen aus Japan an der Spitze. Etwa jeder zehnte Mitarbeiter in den teilnehmenden Ländern gibt an, im Unternehmen implementierte Sicherheitsrichtlinien umgangen zu haben, um Webseiten zu besuchen, dessen Zugriff ursprünglich eingeschränkt war. Die deutschen Anwender liegen mit zwölf Prozent an erster Stelle.
Dabei machen sich die Anwender wenig Sorgen um den möglichen Verlust von Unternehmensinformationen oder den guten Ruf ihres Arbeitgebers: Nur 35 Prozent der Deutschen haben im Zusammenhang mit einem Phishing-Angriff Sicherheitsbedenken. Größer ist ihre Sorge vor dem Verlust privater Informationen: 48 Prozent fürchten sich davor.
Weitere Informationen unter:
www.trendmicro.de
Jobbewertungsportale – Spielwiesen für Rachegelüste?
Früher kommunizierte das Unternehmen selbst, was es als Arbeitgeber attraktiv macht. Mit Broschüren, Veranstaltungen und anderen Instrumenten steuerte das Personalmarketing das Arbeitgeberimage. Heute findet die Diskussion über Unternehmen und damit ihre Imagebildung wesentlich auch noch auf anderen Kanälen statt und sie lässt sich nicht mehr steuern.
Im Juni wurde erneut eine Diskussion über Jobbewertungsportale entfacht:
„Ein Arbeitgeber mit zufriedenen Arbeitnehmern muss keine Meckereien fürchten”, sagt Monster-Jobexpertin Barbara Wiesinger gegenüber pressetext über den zunehmenden Trend zum Firmen-Bashing. Das Risiko einer Verunglimpfung trägt aber nicht nur die bewertete Firma, sondern am Ende auch das Bewertungsportal selbst.
Lesen Sie den ganzen Artikel in der PC-Welt: http://bit.ly/dMuNVI
Und die Reaktion von Martin Poreda Kununu: http://bit.ly/9F9yFX
Den zweiten Teil des Jahresrückblicks 2010 können Sie jetzt beim Human Resource-Blog der metaHR lesen.
